
Ulmer-Preis für Masterthesis zur Laurophyllisierung
Die Karl-Foerster-Stiftung für angewandte Vegetationskunde zeichnet in diesem Jahr Johanna Wennemar von der Hochschule Osnabrück mit dem Internationalen Ulmer-Preis aus. Ihre Masterthesis im Studiengang Landschaftsarchitektur zu „Laurophyllisierung – Chance für eine klimaresiliente Gehölzverwendung in der Stadt“ erhielt den ersten Platz. Die Auszeichnung ist mit 4000 € dotiert.
von Karl-Foerster-Stiftung/Red erschienen am 23.03.2026Wenn der Klimawandel unsere Städte aufheizt, geraten viele vertraute Baumarten unter Druck. Hitze, Trockenheit und versiegelte Böden setzen dem Stadtgrün zu und stellen Planende vor eine zentrale Frage: Welche Gehölze können unsere Städte künftig noch zuverlässig prägen? Mit genau diesem Zukunftsthema hat sich Johanna Wennemar in ihrer Masterarbeit mit großem Erfolg auseinandergesetzt: Die Absolventin des Masterstudiengangs Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück wurde mit dem ersten Platz des Internationalen Ulmer-Preises der Karl-Foerster-Stiftung für angewandte Vegetationskunde ausgezeichnet. Die Auszeichnung, die mit 4.000 € dotiert ist, erhielt Wennemar im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am Campus Haste der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur.
Im Wald kann sich die Natur an veränderte Klimabedingungen anpassen. In der Stadt braucht es dafür eine klare Planung. Johanne Wennemar, Preisträgerin
Da der Preis nur alle zwei Jahre vergeben wird, ist die Masterarbeit schon länger abgeschlossen: „Die Abgabe ist zwar etwas her, umso schöner ist es, dass mit dem Preis jetzt noch einmal die Freude und auch ein bisschen Stolz auf die viele Arbeit zurückkommen“, sagt Wennemar.
Seit 2007 vergibt die Karl-Foerster-Stiftung für angewandte Vegetationskunde den Internationalen Ulmer-Preis, um das Bewusstsein für die Auseinandersetzung mit Pflanzen als Gestaltungsmittel in der Landschaftsarchitektur zu fördern und den Berufsnachwuchs zur Beschäftigung mit der Einzigartigkeit dieses Baustoffs zu motivieren. Mit dem Ulmer-Preis werden herausragende Arbeiten von Absolventen und Studierenden ausgezeichnet, die sich mit der Steigerung der Freiraumqualität durch eine kreative und überzeugende Pflanzenverwendung auseinandersetzen.
Immergrüne für die Stadt
Wennemars Arbeit trägt den Titel „Laurophyllisierung – Chance für eine klimaresiliente Gehölzverwendung in der Stadt“. Laurophyllisierung beschreibt einen Prozess, bei dem sich die für Mitteleuropa typischen sommergrünen Laubwälder durch die Ausbreitung gebietseigener und gebietsfremder Arten zu zumindest teilweise immergrünen Waldgesellschaften entwickeln. Die Masterarbeit hinterfragt, ob sich dies auch in der Stadt umsetzen lässt. Denn hier sind die klimatischen Veränderungen deutlicher zu spüren, bedingt durch höhere Temperaturen, mehr Beton und weniger Platz für die Wurzeln der Bäume. „Im Wald kann sich die Natur an veränderte Klimabedingungen anpassen. In der Stadt braucht es dafür eine klare Planung – wir müssen gezielt die Baumarten auswählen, die mit Hitze und zeitweiser Trockenheit zurechtkommen“, erklärt Wennemar.
Bei ihrer Recherche, welche immergrünen Arten konkret für die Verwendung im städtischen Bereich infrage kommen, berücksichtigte Wennemar eine Vielzahl an Einflussfaktoren. Für regionale Unterschiede betrachtet die Arbeit vier Städte: Hamburg, Düsseldorf, München und Berlin. Diese erhielten Klimadiagramme, die mithilfe eines Klimaszenarios in die Zukunft fortgeschrieben wurden. So lässt sich abschätzen, wie warm und trocken typische Baumstandorte in diesen Städten künftig sein könnten. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass der Prozess der Laurophyllisierung wichtige Hinweise für ein verändertes Stadtgrün geben kann: Immergrüne, wärmeliebende Baumarten könnten künftig eine größere Rolle in Städten spielen und damit das bislang begrenzte Sortiment klimaresilienter Stadtbäume erweitern. Gleichzeitig bieten immergrüne Gehölze nicht nur ökologische Vorteile. Sie eröffnen gestalterisch neue Möglichkeiten. Langfristig könnten sie zu einer vielseitigeren und widerstandsfähigeren Begrünung der Städte beitragen.
Die Arbeit (…) zeigt sehr anschaulich, wie praxisnahe Forschung dazu beitragen kann, unsere Städte besser auf den Klimawandel vorzubereiten. Jürgen Bouillon, HS Osnabrück
Wennemars Arbeit wurde von Jürgen Bouillon und Christian Ranck betreut (beide Professoren sind zugleich Beauftragte im Lehr- und Versuchsbetrieb Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück). Bouillon sieht in der ausgezeichneten Masterarbeit ein starkes Beispiel für die Verbindung von wissenschaftlicher Qualität und gesellschaftlicher Relevanz an der Hochschule Osnabrück: „Die Arbeit überzeugt fachlich und greift zugleich ein hochaktuelles Thema auf. Sie zeigt sehr anschaulich, wie praxisnahe Forschung dazu beitragen kann, unsere Städte besser auf den Klimawandel vorzubereiten.“










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