
Leuchtkraft ist die Zutat, die Emotionen weckt
Pflanzplaner wissen mit dem Effekt der Leuchtkraft gezielt umzugehen. Severin Krieger ist einer von ihnen. Wie an einem Mischpult justiert er Kontraste, Farben und Strukturen, bis stimmige Kompositionen entstehen. Im Gespräch mit dem Landschaftsarchitekten wird deutlich: Leuchtkraft entsteht nicht allein durch starke Blütenfarben.
von Interview: Caroline Zollinger erschienen am 23.02.2026Nach welchen Prinzipien gehst du vor, wenn du leuchtstarke Arten integrierst? Ich finde es spannend, mit Komplementärkontrasten zu arbeiten. Damit lässt sich eine sehr hohe Leuchtkraft herstellen. Es geht immer um die Kombination. Wenn alles nur leuchtet, ist das Auge schnell überfordert. Hier kommt das Prinzip von „Motiv und Leinwand“ zum Tragen. So können etwa Gräser eine Art ruhige Leinwand darstellen, aus der dann Pflanzenmotive mit ihrer Leuchtkraft herausstechen. Es geht darum, die Hauptdarsteller auch optimal zur Geltung zu bringen. Ein eigentlicher Umkehr-Effekt ist es, vor einem hellen Hintergrund Dunkellaubiges zu pflanzen; für mich gibt es auch eine „dunkle“ Leuchtkraft. Mit Gräsern wie Calamagrostis oder Pennisetum lässt sich am richtigen Standort wunderschön das Gegenlicht einfangen, sodass die Blüten intensiv leuchten. Auch mit warmen und kalten Farben entstehen wirkungsvolle Kontraste, ebenso mit bewussten, provokativen „Reibereien“ wie der Kombination von Orange mit Pink. Entstehen solche Kompositionen auch intuitiv? Ich möchte so ehrlich sein, zu sagen, dass nicht alle Leuchteffekte immer bewusst geplant sind. Manchmal fällt einem erst im Nachgang auf, wie stark beispielsweise eine bestimmte Staude mit ihren Blüten das Licht einfängt. Vieles basiert auf Beobachtung und Erfahrung, auf Bildern, die in meinem Kopf entstehen; es ist ein stetiges Lernen. Ich habe das Fotografieren entdeckt und dokumentiere laufend verschiedenste Pflanzungen. Der geschärfte Blick durch die Linse hilft mir, die Dinge einzuordnen und feinere Strukturen und Zwischentöne wahrzunehmen. Ich lasse mich auch gerne durch andere Menschen inspirieren, etwa durch Harald Sauer, den gärtnerischen Leiter des Ebertparks in Ludwigshafen, dessen Arbeit ich sehr bewundere.
Ich vergleiche eine stimmige Pflanzung gerne mit einer Sinfonie. Sie hat viel Dynamik und Höhepunkte, die mit leuchtkräftigen Akzenten gleichzusetzen sind. Severin Krieger


- Acer opalus
- Catalpa bignonioides ‘Aurea’
- Cercis spp.
- Cotinus coggygria ‘Golden Spirit’
- Davidia involucrata
- Genista aetnensis
- Ginkgo biloba
- Hamamelis spp.
- Koelreuteria paniculata
- Laburnum spp.
- Lagerstroemia indica ‘Dynamite’
- Liquidambar styraciflua
- Magnolia spp.
- Malus spp.
- Pyracantha spp.
- Rosa spp.
- Salix exigua
- Sassafras albidum
- Spartium junceum
- Taxodium distichum
- Tetrapanax papyrifer
- Toona sinensis ‘Flamingo’
- Anemone spp.
- Artemisia absinthium
- Aster spp.
- Baptisia australis
- Calamagrostis brachytricha
- Chrysanthemum spp.
- Crocosmia x crocosmiiflora
- Cyclamen repandum
- Datisca cannabina
- Echinacea spp.
- Epilobium dodonaei
- Euphorbia palustris
- Gladiolus ‘Ruby’
- Glycyrrhiza yunnanensis
- Helianthus orgyalis
- Hemerocallis spp.
- Hibiscus moscheutos
- Iris spp.
- Lavatera Olbia-Hybride
- Kniphofia galpinii ‘St. Gallen’
- Lythrum salicaria
- Macleaya cordata
- Nerine bowdenii
- Paeonia spp.
- Pennisetum spp.
- Perovskia atriplicifolia
- Rudbeckia spp.
- Salvia azurea, Salvia nemorosa
- Schizachyrium ‘HaHa Tonka’














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